Internationaler Tag der Asexualität 2022

Gestern fand zum zweiten Mal überhaupt der Internationale Tag der Asexualität statt. Allen Aces, all jenen, die sich unter dem acespec wiederfinden, wünschen wir einen großartigen, sicheren und respektvollen #InternationalAsexualityDay (kurz: ‚IDA‘). Asexuelle verdienen es!
Das Ganze hat 4 zentralen Themen (Engagement, Feiern, Bildung/Aufklärung, Solidarität), die ganz frei zur Interpretation der Community sind und lose Anhaltspunkte zur Begehung dieses Tages geben können.
Allosexuelle (nicht-asexuelle) Allies bitten wir, darauf zu achten, dass es heute nicht um Eure „Meinungen“ zu unseren Identitäten, Existenzen oder der Infragestellung der Relevanz des #InternationalAsexualityDays geht.
Manche Asexuellen beantworten gerne Eure Fragen, aber achtet auf ein Mindestmaß an menschlichem Respekt und unterlasst übergriffige Fragerei – etwas, dass in einer allonormativen, acefeindlichen Welt leider durchaus normalisiert ist. Keinmensch schuldet Euch Antworten.

Gerade jungen Aces sei gesagt, dass Euer Enthusiasmus wunderbar ist. Es wird aber unter dem Hashtag #InternationalAsexualityDay auch im deutschsprachigen Twitterraum Einiges an Ablehnung, Hass und Trolling geben. Schenkt diesen Leuten nicht Eure kostbare Zeit. Es kann schwer sein, Falschaussagen + Hass zu unserer vollkommen legitimen Orientierung einfach unkommentiert zu lassen, aber es lohnt nicht, sich auf deren Intoleranz einzulassen. Wirklich nicht! Been there, done that: es schadet.

Ressourcen zum heutigen Tag:
➡ Alles, was ihr über #Asexualität schon immer wissen wolltet:
https://asexualitaet.wordpress.com/2020/12/28/was-ist-asexualitat-das-asexuelle-1×1/

➡ Mehr über den #IAD , die weltweite Kampagne und partizipierende Gruppen: https://internationalasexualityday.org/de/

#InternationalAsexualityDay trendete bereits früh auf Twitter

Prämiere: Aces NRWs erster Post auf Instagram

Selbstkritische Anmerkung: Dieses Jahr steht für Aces NRW im Zeichen von „inhaltlichem Minimalismus“ und dem Versuch, dem Erwartungsdruck der steten „entertaining content creation“ für Aktivismusbetreibende im digitalen Zeitalter die Stirn zu bieten.

Unzufriendenstellende Berichterstattung, großartige inner-community Projekte

Deutschsprachige (queere) Medien, Vereine und auch ein Großteil der bekanntesten LGBTQIA+ Outlets im englischsprachigen Raum berichteten unseres Wissens kaum über diesen an Signifikanz gewinnenden Tag; gerade im Vergleich zu anderen Festivitäten, die sich queeren allosexuellen Orientierungen widmen. Es ist weniger der generellen „Unwissenheit“ über den Bestand unserer lebendigen und diversen Community zuzusprechen, sondern mehr einem basalen, generellen Desinteresse zu Everything Ace und Ace Erasure (Unsichtbarmachung) als Vehikel der Aufrechterhaltung „queerer Hierarchien„/Homozentrik in der LGBTQIA+ Community. Die sporadische Berichterstattung, die vorzufinden war, stützte sich auf letztjährige Inhalte oder ein einziges Projekt, dass eher als Minimalaufwand an Sichtbarkeitsarbeit zu verstehen sein kann, um für den Rest des Jahres die asexuelle Minderheit zufrierenden stellen soll und zudem den Konsumierenden unterschwellig versichert, dass es nicht wirklich etwas Berichtenswertes über die (aus allosexueller Sicht) „monolithische“ asexuelle Community gibt.
Sehr positiv soll an dieser Stelle jedoch

Deutschsprachige (queere) Medien, Vereine und auch ein Großteil der bekanntesten LGBTQIA+ Outlets im englischsprachigen Raum berichteten unseres Wissens kaum über diesen an Signifikanz gewinnenden Tag; gerade im Vergleich zu anderen Festivitäten, die sich queeren allosexuellen Orientierungen widmen. Die sporadische Berichterstattung, die vorzufinden war, stützte sich auf letztjährige Inhalte oder ein einziges Projekt, dass eher als Minimalaufwand an Sichtbarkeitsarbeit zu verstehen sein kann, um für den Rest des Jahres die asexuelle Minderheit zufrierenden stellen soll und zudem den Konsumierenden unterschwellig versichert, dass es nicht wirklich etwas Berichtenswertes über die (aus allosexueller Sicht) „monolithische“ asexuelle Community gibt (im Sinne bekannter zugrundeliegender Falschannahmen wie „Asexuelle sind per se langweilig, weil sie alle keinen Sex haben /unschuldig / ohne politische Agenda/ keine queerkulturelle Bereicherung …“). Nicht selten waren die wenigen Online-Inhalten auch noch mit gröbste Patzer gespickt, wie der falschen Unterordnung der Aro Community als Teil der Ace Community, Sätzen wie „Asexuelle können ja noch lieben“ (arofeindliche Vermenschlichungsversuche vom ‚Other‚ [asexuell marginalisiert] zum ‚normativen Same‚ [alloromantisch privilegiert]) oder der doch sehr entschuldbaren Vertauschung des Tages mit der Asexual Awareness Week.
Es sind ja nur aayyyspec Leute; alle gleich…

Sehr positiv soll an dieser Stelle jedoch das Swiss Lgbtiq+ Panel erwähnt sein, deren Social-Media-Content zum Internationalen Tag der Asexualität sich qualitativ deutlich von anderen Gruppen abgehoben hat und von einem respektvollen Umgang mit und aktivem Einbinden von Asexuellen zeugt.

Doch sei gesagt, dass unser Fokus nicht auf Allosexuelle und derem Appeasment für das kleinste bisschen Aufmerksamkeit liegen sollte, sondern den wunderbaren, kreativen und wichtigen Werken von der asexuellen Community selbst an diesem Tag; zu viele großartige Projekte, um sie hier alle darstellen zu können. Die prägnanten Profile von #AceInSTEM, die stetige Vorstellung der kulturelle Vielfalt durch The Ace and Aro Advocacy Project oder der aroaceiros Live Stream zeugen von fantastischen Umsetzungen der Kerngendanken des Internationalen Tages der Asexualität. Hier wird deutlich, dass es die gelebten Realitäten von Menschen auf dem asexuellen Spektrum die unterschiedlichsten, bewunderungs-würdigsten Formen annimmt und keine bloßen Prestige-Coups sind, um möglichst viel Buzz und Klickzahlen zu kreieren.
Vergessen wir an diesem und an allen anderen Tagen im Jahr nicht, dass unsere asexuelle Community nicht zum Objekt allosexueller Schaulust-Befriedigung dient, sondern in sich radikales Potential trägt, dass gesellschaftliches Umdenken und Umgestalten befähigen kann – vom Privatleben bis in die Gesetzgebung hinein. Allyship für asexuelle Menschen fängt nicht beim Internationalen Tag der Asexualität an und hört dort auch nicht auf.
Lang lebe die asexuelle Revolution!

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