Special zum International Tag der Asexualität: Ace Aktivismus Spotlight mit Marta (Polen)

[GERMAN + ENGLISH VERSION AVAILABLE]

In diesem Special möchten wir die internationalen Verbindungen zu anderen asexuellen Communities stärken und sie näher kennnenlernen: Was sind ihre Bedürfnisse? Wie lebt es sich als Person auf dem asexuellen Spektrum in ihrem Land? Wie steht es um Asexualität als gesellschaftliches Thema?
Dabei wollen wir individuellen Aktivismusbetreibenden aus unseren Nachbarländern eine Plattform bieten, sie persönlich mit all ihren Erfahrungen kennenlernen und für ihre großen und kleinen Erfolge feiern.


Das ist die Geschichte von Marta!


Zur Person:
Name, Pronomen: Marta, sie/ihre they/them, aus Katowice, Polen, ist panromantisch aegobisexuell und demigirl
Alter: 22 Jahre
Hobbies: Nerd-Sein
Berufliches: Buchhaltung

TW sexuelles Trauma wird angesprochen (Stelle: Und die mediale Repräsentation bei Euch?)
Misgendering Transfeindlichkeit acefeindliche Vergewaltigung Nötigung zu Sex (Stelle: Und was ist das größte Problem, mit dem Deine Community insbesondere in Polen konfrontiert ist?)


Marta ist, wie viele Polnischstämmige auch, sehr konservativ und streng religiös (katholisch) erzogen worden. Das Gerlernte in den Zwanzigern zu überkommen hat them ganz schön viel Introspektive abverlangt – und den Support von anderen Menschen. Der Glaube an Veränderung, Geduld und Aufklärung spielt für them eine tragende Rolle als Akt der Transformation. Dabei wünscht sich Marta, dass mensch das auch so weiter gibt und ruft dazu auf, dieses „Geschenk“ auch aktiv selbst an Dritte zu vermitteln. Dziękujemy, Marta!


Wie geht es Dir, Marta? Wie hast Du das letzte Jahr überstanden?
Mir geht es jetzt gut, würde ich sagen, obwohl ich in den letzten Monaten nur wenige persönliche Probleme hatte. Aber darüber werden wir nicht reden.

Für mich war 2020 komischerweise gut, ich bin nämlich endlich aus der elterlichen Bleibe ausgezogen, habe einen Job bekommen und Freund_innen gefunden. Es gab natürlich Dinge, mit denen ich mich auf dem Weg befassen musste, aber auf persönlicher Ebene lief es insgesamt gut. Wenn es um Ace-Aktivismus geht, war es nicht so toll. Alle Meetup-Gruppen sind aus offensichtlichen Gründen „abgestorben“ (oder sie sind ins Internet abgewandert, was wie „absterben“ ist, nur ohne das es zugegeben wird, zumindest in meinem Fall). Es war sehr schwer, Dinge für die Ace Week zu planen und zu organisieren, ohne sich treffen zu können. Und, wenn überhaupt darauf geachtet wurde, was hier in Polen los ist, werden Einige vielleicht wissen, dass wir von der letzten Oktoberwoche bis praktisch Weihnachten gezwungen waren, für unsere reproduktiven Rechte zu kämpfen, da die Regierung uns die wenigen wegnahm, die wir noch hatten. Der größte Teil unserer Energie floss in diese Sache, es blieb also nicht viel für Ace-Aktivismus übrig.

Magst Du uns ein wenig über Deinen Weg zum Ace Aktivismus erzählen und wie Du überall tätig bist?
Mit 20 fing ich an, mein Denken selbständiger zu gestalten und entdeckte meine Queerness (einschließlich meiner Asexualität) und wurde so ace-aktivismusbetreibend. Wenn es um meine Erfolge im Aktivismus geht: Ich habe die größte Facebook-Gruppe für polnische Asexuelle (fast 2,4.000 Mitglieder!) und den einzigen [ace polnischen] Discord-Server ins Leben gerufen und betreibe sie fast alleine (ich habe einige wundervolle Mods auf dem Server :3). Ich habe den einzigen polnischsprachigen Youtube-Kanal, der sich ausschließlich Asexualität widmet, namens Edukacja ASeksualna, obwohl ich dort nur sehr selten poste. Ich bin ein Gründungsmitglied (und das aktivste) von Association Asfera, der einzigen polnischen Ace-Organisation und ich halte wann immer ich die Gelegenheit dazu habe auch Talks zu Asexualität (zwei bisher, aber ich bin mir sicher, dass es in Zukunft noch mehr davon geben wird) und nicht zuletzt leite ich eine Ace-Meetup-Gruppe in Katowice (in Association Tęczówka – als Kollaboration mit Asfera, natürlich).

Als ich das erste Mal ging, war meine Ace-Flagge die einzige.
Das nächste Mal bemerkte ich eine andere.
Während der letzten Parade habe ich viel mehr Aceflaggen
und -schilder gesehen.
Also, es ist toll, wenn du mich fragst.

Marta über die wachsende Sichtbarkeit Asexueller auf CSDs

Meine Reise begann, als ich die Facebook-Gruppe gründete, die ich anfangs erwähnte. Als ich meine Asexualität entdeckte, wollte ich eine Community finden, aber das polnische AVEN-Forum war praktisch tot und ich konnte keine Facebook-Gruppe finden, also habe ich selbst eine gemacht. Wie sich später herausstellte, war meine nicht die Erste, aber die Anderen hatten so seltsame Namen, dass sie kaum aufzufinden waren. Meine Gruppe dagegen war sehr leicht zu finden, daher wuchs sie schnell und wurde bald die Größte. Die Gruppe war der Grund, weshalb ich von Asfera erfahren habe. Einer der Gründungspersonen berichtete über das erste Treffen dort, das war in Warschau. Ich beschloss, mitzumachen und wurde eines der Gründungsmitglieder. Einige Zeit später begann ich, Inhalte für meinen YouTube-Kanal zu kreieren.

In Polen asexuell sein – wie ist das für Dich so?
In Polen asexuell zu sein ist ziemlich einfach, wenn man überhaupt nicht darüber spricht. Es gibt keine Zwangsheiraten, obwohl alleinerziehende Menschen immer noch verpönt sind, wenn ledig oder kinderlos. Aber ich denke, dieser Teil ist praktisch überall gleich. Ich würde nicht sagen, dass die Erfahrungen von Aces aus anderen europäischen Ländern anders ist.

Wie wird denn Asexualität aus Deiner Sicht so aufgenommen? Gerade, was vielleicht auch der Miteinbezug in queeren Organisationen angeht?
Im Allgemeinen wissen die Leute nicht, was Asexualität ist, also auch keine Beschwerden oder Kritik dazu. Aber wenn versucht wird, darüber zu reden, es zu erklären, sollte mensch sich auf Gegenreaktionen vorbereiten. Generell ist die allosexuelle Bevölkerung nicht sehr empfänglich für die Vorstellung, dass ein Leben ohne Sex, ohne sexuelles Verlangen existieren kann, geschweige denn ein glückliches. Wir haben also noch einen langen Weg vor uns.

Positiv zu vermerken wäre, dass queere Communities und Aktivist_innen zumindest meiner Erfahrung nach überhaupt keine Probleme mit Asexualität haben. Alle großen LGBTQAIP+-Organisationen nehmen Aces in ihre Kampagnen auf und unterstützen uns, wenn sie können. Es ist also gut, in diesem grausamen Land einen größeren sicheren Raum zu haben, weil unser eigener asexueller nicht sehr groß ist.

Und die mediale Repräsentation und der gesellschaftliche Stand bei Euch?
Die meisten Darstellungen von Asexualität in den Medien sind bestenfalls mittelmäßig. Sie verwechseln Sexualtrieb mit sexueller Anziehung; gehen selbstverständlich davon aus, alle Aces seien Jungfrauen. Ich frage mich, wie viel sexuelle Traumata an all dem beteiligt sind. Sie alle sorgen sich so sehr um unsere Gesundheit und versuchen, eine Erklärung zu finden, während sie die einzige ignorieren, die wahr ist. Es gibt hier und da einige gute Artikel, aber es gibt nur sehr wenige.

Was ist denn das Großartige an Deiner Community?
Was ist großartig an meiner Community? Ich denke, dass der beste Teil unserer Community die Zielstrebigkeit ist. Sicher, es gibt einige faule Eier, aber im Allgemeinen sind wir uns einig, was das Wichtigste ist, und es gibt nicht viel inneren Zank. Die Ace-Aktivist_Innen, die ich am meisten bewundere, sind Ola (@aseksualna_edukatorka) und Rony Ariel (@auxenner) auf Instagram. Ola macht einen großartigen Job und fördert ein gesundes, positives Bild von Asexualität. Sie ist meiner Meinung nach eine sehr talentierte Pädagogin. Rony konzentriert sich mehr auf Aromantik, aber they ist asexuell und sehr aktiv (und sehr hilfreich!) Aufzufinden in unserer Aroace-Community auf Facebook, daher konnte ich sie unmöglich unerwähnt lassen.

In Polen asexuell zu sein ist ziemlich einfach,
wenn man überhaupt nicht darüber spricht.

Marta Über’s Ace Sein in Polska

Und was ist das größte Problem, mit dem Deine Community insbesondere in Polen konfrontiert ist? Das größte Hindernis für unsere Community in Polen ist meiner Meinung nach der Katholizismus. Er ist vor langer Zeit in den Kern unserer Nation geraten, und ich kann wirklich nicht mehr behaupten, dass angesichts des Aufstiegs der konservativen rechten Ideologie in den letzten Jahren Polen noch ein säkulares Land ist. Die Politik unserer momentanen Regierung gibt der Kirche mehr Macht. Und die Kirche gibt den Politiker_innen, die sie unterstützen, mehr Macht. Dieser Teufelskreis von positiver Verstärkung schafft eine toxische, pathologische Umgebung.
Diese Umwelt weist eben drei wichtige Merkmale auf, die derzeit unsere Haupthindernisse darstellen. Erstens schafft es viele, viele Probleme, mit denen sich linke Aktivist_innen auseinandersetzen müssen, und das beinhaltet natürlich die meisten Aces-Aktivist_innen. Ein Großteil unserer Energie, Zeit und Ressourcen fließt eben in den Kampf für unsere Freiheit, daher bleibt oft nicht viel für Ace-Projekte übrig.
Zweitens stärkt diese Umgebung starre, unterdrückende Ideologien in der allgemeinen Bevölkerung. In unserem öffentlichen Fernsehen gibt es geradezu , anti-progressive, anti-anti-Regierungspropaganda. Kirchen predigen ihre hasserfüllten Botschaften ohne jegliche keine negativen Konsequenzen. Sogar eigentlich links-gerichtete Printmedien misgendern und misrepräsentieren trans Menschen. Und das alles hat auch seine Auswirkungen auf Asexualität, weil es ein fester Bestandteil von LGBTQAIP + ist und als solche präsentiert werden will (und dies auch tun). So sind wir in den Köpfen vieler Menschen automatisch böse.
Und drittens basiert dieses Umfeld auf dem Kirchenrecht und es gibt einige Lehren, die asexuelle Menschen direkt verletzen. Nach dem Kirchengesetz ist eine Ehe ohne Sex nicht gültig. Wenn also zwei Asexuelle heiraten und ohne Sex leben, sagt die Kirche, dass sie ihre Ehe den Augen Gottes nicht gültig ist. Theoretisch haben manche Menschen eine Berufung für’s Single-Dasein, aber die meisten Menschen haben noch nie von dieser Doktrin gehört, oder wenn sie dies tun, ignorieren sie sie. So viele asexuelle Menschen werden dafür verschmäht, Single zu sein oder, wenn sie verheiratet, kinderlos zu sein. Asexuelle Gläubige verwechseln ihre Asexualität mit Reinheit und sind überzeugt, dass sie sexuelles Verlangen verspüren werden, sobald sie die richtige Person heiraten. Also heiraten sie und nichts ändert sich, aber sie werden immer noch zum Geschlechtsverkehr gezwungen oder werden durch Aussagen der Kirche, Sex sei ihre Pflicht, die sie nicht vermeiden können, genötigt. Ich hoffe, dies ist eine ausreichende Erklärung dafür, warum ich denke, dass Katholizismus unser größtes Problem ist.

Bist Du stolz, queer zu sein?
Was ist der beste Teil Deiner Identität?
Ich würde nicht sagen, dass ich per se besonders stolz darauf bin, queer zu sein, es ist schließlich nicht meine Leistung (und ich bin mir sehr wohl bewusst, dass das nicht Queer Pride heißt, nur zur Info). Was jedoch meine eigene Leistung ist, und sehr stark mit meiner queeren Identität zusammenhängt, ist Folgendes: Es ist die Fähigkeit zuzugeben, dass ich falsch lag. Und den Mut zu haben, mein Leben komplett umzukrempeln. Wie gesagt, meine Erziehung war sehr konservativ, sehr religiös (katholisch, um genau zu sein). Ich habe einst verachtet, was ich jetzt bin. Und es ist das, worauf ich in meinem Leben am Stolzesten bin; einzusehen, was ich war, meinen Fehler einzugestehen und zu entscheiden, dass ich alles tun werde, um’s besser zu machen. Und der beste Teil meiner Identität? Ich glaube nicht an Identität als etwas, dass inhärent besser oder sogar vergleichbar mit den anderen ist. Der beste Teil meiner Identität ist es also, in Frieden mit mir selbst zu leben. Und es sollte meiner Meinung nach der beste Teil aller Identitäten sein.

Deine Gedanken zu Pride-Demonstration in Polen!
In allen (glaube ich) größten Städten Polens, einschließlich Katowice, gibt es Pride Paraden. Also ja, ich nehme an denen teil, organisiere sie normalerweise auch. Manchmal besuche ich auch welche in anderen Städten, letztes Jahr ging ich nach Breslau und hielt dort auch einen Vortrag über Asexualität. Aus der Perspektive einer asexuellen Person: Jedes Jahr gibt es mehr von uns. Als ich das erste Mal ging, war meine Ace-Flagge die einzige. Das nächste Mal bemerkte ich eine andere. Während der letzten Parade habe ich so viel mehr Aceflaggen und -schilder gesehen. Also, es ist toll, wenn du mich fragst.

Freust du Dich auf den Internationalen Tag der Asexualität (IAD)?
IAD ist für mich persönlich eine weitere Gelegenheit, mit meiner Familie über Asexualität zu sprechen. Ich versuche, dieses Thema wann immer ich kann einzubringen, um sie daran zu gewöhnen. Babyschritte und all dieses Zeug. Je mehr Möglichkeiten ich dafür bekomme, desto besser. Für unsere Community wird IAD eine großartige Möglichkeit sein, die Moral das ganze Jahr über aufrechtzuerhalten. Es wird etwas geben, auf das mensch sich freuen kann, nicht nur im Herbst, sondern jetzt auch im Frühling. Außerdem kann das Ende Oktober ziemlich unangenehm sein, wenn es um das Wetter in Polen geht. Wir freuen uns daher auch über die Aktivitäten im Freien, die wir organisieren können, sobald es sicher ist, sich im irl [offline, im echten Leben] zu treffen. Ich bin sehr aufgeregt. Ich werde in Asferas Live-Stream erscheinen und ein neues Video auf meinem Kanal veröffentlichen, also kann ich es kaum erwarten.

Gibt es weitere Pläne, speziell für Asfera, die wir für den IAD von Dir erwarten dürfen?
Eine andere Sache, die Asfera organisiert, ist ein Wettbewerb um den besten Hashtag, den wir in unseren zukünftigen Social-Media-Kampagnen verwenden werden. Es begann diese Woche und der Gewinner wird auf IAD bekannt gegeben. Oh, und natürlich haben wir auch eine Social-Media-Kampagne für IAD. Dieses Mal lautet das Thema #odnajdźMysię, was bedeutet „Lasst uns einander finden“. Es basiert auf der Tatsache, dass es mindestens eine halbe Million polnische Asexuelle gibt, und das ist noch pessimistisch geschätzt! Wir ermutigen die Leute immer, den Hashtag zu verwenden und die Posts sind wunderbar. Viele polnische Queer-Organisationen verwenden den Hashtag ebenfalls.

Hast Du Hoffnung für die Zukunft? Vielleicht irgendwelche (Aktivismus-) Pläne nach COVID-19?
Es ist schwer, hoffnungsvoll zu bleiben, aber ich versuche es. Ich sage mir, wenn wir so lange überlebt haben, werden wir das auch durchstehen. Ich möchte nur, dass die Leute wissen, was Asexualität ist. Das ist mein jetziges Ziel. Sobald wir das haben, werde ich an der Akzeptanz arbeiten. Nach der Pandemie möchte ich jeden Monat eine polnische „Landeshauptstadt“ besuchen (ich benutze „“, weil wir nicht wirklich Staaten an sich haben, aber der Gedanke ist derselbe). Jetzt, da ich nicht wirklich irgendwohin gehen kann, wird mir erstmal bewusst, dass es in Polen viele, viele Orte gibt, an denen ich noch nicht gewesen bin. Also möchte ich die besuchen und werde mit den Hauptstädten beginnen, weil die am einfachsten zu bereisen sind.
Ich habe keine konkreten Pläne, wenn es um meinen Aktivismus geht. Ich möchte nur mein Bestes geben und hoffe, dass ich mich genug um mich selbst kümmern werde, insbesondere in Bezug auf die psychische Gesundheit, um eben gute Arbeit leisten zu können.

Marta und edukacja aseksualna sind auf Facebook, Youtube und per Mail anschreibbar (edukacja.aseksualna@gmail.com). Asfera kann über Facebook und Instagram, bzw. via E-Mail (asfera.stowarzyszenie@gmail.com) kontaktiert werden.


International Asexuality Day Special: Ace Activism Spotlight on Marta (Poland)

On this special occasion, we would like to strengthen the bonds to other asexual communities internationally and get to know them better: What are their needs? What is it like to be a person on the asexual spectrum in their country? What is the outlook on asexuality as a social issue? We want to offer individual activists from our neighboring countries a platform, get to know them personally – with all their different experiences and celebrate them for their big and small successes.

That’s the story of Marta!

Get to know them:
Name, pronouns: Marta, she/her they/them, from Katowice, Poland, is panromantic aegobisexual and demigirl
Age: 22 years
Free time activities they enjoy: being a nerd
Occupation: accountant


TW sexual trauma is being referenced (Avoid question: And what about media representation then?)
transmisia misgendering acemisic rape sexual coercion (Avoid question: And what is the biggest problem your community faces in Poland in particular? )


Marta, like many people of Polish origin, was brought up very conservatively and strongly religiously (Catholic). Getting over what they’ve been told in their twenties required a lot of introspectiveness – and support from other people. The belief in change, patience and education played a key role for them as an act of transformation. Marta wants people to take that same belief as a „gift“ to be actively passed on to others. Dziękujemy, Marta!


How is it going, Marta? How did you survive the last year (2020)?
I’m doing fine now, I would say, although I had few personal problems I’ve been dealing with for the past few months. But we’re not going to talk about that. For me, 2020 was strangely good, I finally moved out of my parents‘, got a job and found friends. There were things I had to deal with along the way of course, but over all, on a personal level, it was good. When it comes to ace activism tho, it wasn’t so great. All meetup groups died for obvious reasons (or they moved to the web, which is like dying, just without you admitting it, at least in my case ). It was very hard to plan and organise things for Ace Week without being able to meet. AND if you’ve been paying attention to what’s been going on here in Poland at all, you know that from the last week of October, till practically Christmas we were forced to fight for our reproductive rights, as the government wants to take away from us the few we had left. So most of our energy went to that, there was not much left for ace activism.

First time I went, my ace flag was the only one.
Next time I noticed another.
During last parade I went to
I’ve seen much more ace flags and signs.
So it’s great, if you ask me.

Marta on the growing visibility of asexuals Pride Participation

Do you like to share with us how you got into ace activism and how you are involved there?
At 20 I started thinking on my own, discovered my queerness (including my asexuality) and became ace activist; when it comes to my accomplishments in activism: I created the biggest Facebook group for Polish asexuals (almost 2.4k members!) and the only discord server and I run them almost on my own (I have few wonderful mods on the server :3), I have the only Polish-speaking YT channel dedicated solely to asexuality called Edukacja ASeksualna although I post very rarely unfortunately, I am one of the founding (and most active XD) members of Association Asfera, the only Polish ace organisation, I also give talks about asexuality whenever I have the opportunity (two so far, but I’m sure there’ll be more of them in the future) and last but not least, I run an ace meetup group in Katowice (in Association Tęczówka, as a colab with Asfera of course).

My journey started when I created the Facebook group I talked about at the beginning. When I discovered my asexuality I wanted to find a community, but Polish AVEN forum was practically dead and I was unable to find any Facebook group, so I made my own. As it turned out later, mine was not the first, but the other ones have such weird names, that they were unfoundable. My group at the other hand was very easy to find, so it grew quickly and soon became the biggest one. The group was the reason I found out about Asfera. One of the founders posted about the first meeting there, the meeting was in Warsaw. I decided to go and join, and so, I became one of the founding members. Some time after that I started creating content for my YT channel.

Being asexual in Poland, what is that like for you?
Being asexual in Poland is fairly easy if you don’t talk about it at all. There are no forced marriages, althought being single/having no kids is still being frowned upon by older generations. But I guess that part is the same virtually anywhere. I would’t say it’s any different from experiences aces from other european countries might have..

Are you proud to be queer? What’s the best part of your identity?
I wouldn’t say I’m particularly proud of being queer per se, it’s not my achievement after all (and I’m very well aware that’s not what queer pride means, fyi). There is one thing tho, that is my own accomplishment, and that is very much tied to my queer identity. It is the ability to admit that I was wrong. And having the courage to chage my life completely. As I said, my upbringing was very conservative, very religious (catholic, to be precise). I once despised what I am now. And letting myself realise what I was, owning my mistake and deciding I’ll do anything to correct it, is what I am most proud of in my life. And the best part of my identity? I don’t believe in any identity being
inherently better or even comparable to the other ones. So the best part of my identity is living at peace with myself. And it should be the best part of all identities in my opinion.

Being asexual in Poland is fairly easy

if you don’t talk about it at all.

Marta on being Ace in Polska

How do you feel about Pride demonstrations in Poland?
There are pride matches/pride parades in all (I think) biggest cities in Poland, Katowice included. So yes, I do take part in these, I usually organise them. I also go to other cities sometimes, last year I went to Wrocław and I had a presentation about asexuality there. From the perspective of an asexual: there are more of us out there each year. First time I went, my ace flag was the only one. Next time I noticed another. During last parade I went to I’ve seen much more ace flags and signs. So it’s great, if you ask me.


What is great about your community?
I think that the best part of our community is the one-mindedness. Sure, there are some bad apples, but in general we tend to agree on what is the most important and there isn’t much infighting. The ace activists that I admire most right know are Ola (@aseksualna_edukatorka) and Rony Ariel (@auxenner) on Instagram. Ola is doing a great job promoting a healthy, positive image of asexuality, she is a very talented educator in my opinion. Rony focuses more on aromanticism, but they are asexual and they are very active (and very helpful!) in our aroace community on Facebook, so I couldn’t possibly not mention them.

And what is the biggest problem your community faces in Poland in particular?
The biggest obstacle that our community in Poland faces is, in my opinion, catholisism. It has got into the very core of out nation long time ago and I cannot say honestly if Poland is a secular country anymore, given the rise of concervative, right-wing ideology in recent years. Politics of our courent governement give more power to the Church. And the Church gives more power to the politians that support them. That loop of positive reinforcement creates a toxic, pathological environement. That environment has three important characteristics that are our main obstacles at the moment. Firstly, it creates many, many problems, that left-wing activists have to deal with and that inculdes most ace activists of course. Much of our energy, time and resourses go to fighting for our freedom, so there’s often not much left for ace projects. Secondly, this envirinment reinforces rigid, oppressive ideologies in the general population. There is straight up anty-queer, anty-progressive, anty-anty-government propaganda on our public television. Churches preach their hate-filled ideas and there’s no negative consequences for that. Even media that should be left leaning on paper missgender and misrepresent trans people. And that all has it’s toll on asexuality as well, because we are an inherent part of LGBTQAIP+ and we want to (and we do) present as such. So we are automatically evil in many people’s minds. And thirdly this environment is based on Church law and there are some doctrines that hurt asexual people directly. According to Church law any marriage without sex is not valid, so if two asexuals marry and live without sex, Church says they are not married in the eyes of god. In theory some people have a calling for single life, but most people have never heard about that doctrine, or if they did, they ignore it, so many asexual people are being shamed for being single or for not having kids if they are married. Asexual believers mistake their asexuality for purity and are convinced that they will feel sexual desire once they marry the right person. So they marry and nothing changes in them, yet they are still forced or coerced into intercourse, because Church says sex is their duty that they can’t avoid. I hope this is a sufficient explanation, for why I think catholicism is our biggest problem.

Are you excited for International Asexual Day (IAD)?
IAD for me personally is another opportunity to talk about asexuality with my family. I try to sneak this subject whenever I can, to get them used to it. Baby steps and all that jazz. So the more occasions I have, the better.
For our community, IAD will be a great way to keep morale up all year long. There will be something to look forward to, not only in the fall, but now in spring as well. Also, the end of October can be pretty nasty when it comes to the weather in Poland, so we are also happy for the outdoors activities we will be able to organise, once it will be safe to meet irl. I am very exited for the day. I will appear on Asfera’s live-stream and I will publish new video on my channel, so I can’t wait.

Any other plans in particular for Asfera that we can expect for IAD?
Another thing that Asfera organises is a competition for the best hashtag that we will use in our future socialmedia campaigns. It started this week and the winner will be announced on IAD. Oh, and of course we do have a socialmedia campaigne for IAD as well, this time the theme is #odnajdźmysię, which means „lets find each other“. It is based on the fact, that there are at least half a million Polish aces, and that’s the lower bar! We always encourge people to post using the hashtag, and the results are wonderfull. Many Polish queer organisations use the hashtag as well.

Are you hopeful for the future? Maybe any plans after COVID-19?
It’s hard to stay hopeful, but I try. I tell myself that if we survived this long, we will get throught this eventually. I just want people to know what asexuality is. That is my goal for now. Once we hav that, I will work on acceptance. After the pandemic I would like to visit one Polish „state capital“ a month (I use “ “ cause we don’t really have states per se, but the idea is the same). I realised, now that I can’t really go anywhere, that there are many many places in Poland I have not been to yet. So I want to visit them, I will start off with capitals, cause they’re the easiest.

Marta and edukacja aseksualna are on Facebook, Youtube and you can contact them via mail (edukacja.aseksualna@gmail.com). Asfera has a Facebook and Instagram account or alternatively e-mail (asfera.stowarzyszenie@gmail.com).


Ein Gedanke zu „Special zum International Tag der Asexualität: Ace Aktivismus Spotlight mit Marta (Polen)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s