Was ist Asexualität? Das asexuelle 1×1

Einstieg Ace 101: Ein kleines Ein-Mal-Eins der Asexualität

Asexualität ist eine Sexualität. Nein, es ist nicht das Fehlen von etwas. Es ist eine sexuelle Orientierung.

Asexuell sein heißt, keine sexuelle Anziehung zu verspüren. Eine valide sexuelle Orientierung eben. Asexualität ist, ganz simpel, eine Sexualität und sie ist inhärent queer, also Teil der LGBTQIA+ Community! Um damit endlich aufzuräumen: Asexualität bedeutet nicht, dass mensch keinen Sex hat oder niemals haben will.

Asexualität beschreibt

  1. eine sexuelle Orientierung: Das Nicht-Empfinden sexueller Anziehung gegenüber Personen
  2. als Überbegriff das gesamte asexuelle Spektrum (auch „ace spec„; „acespec„), unter dem sich viele verschiedene Labels und Identitäten wiederfinden
    • Nichtempfinden von sexueller Anziehung gegenüber Menschen (siehe 1. asexuell)
    • Das seltene Empfinden von sexueller Anziehung (grausexuell / grauasexuell / gray/grey asexuell; graysexual, Grausexualität, Grauasexualität)
    • Das Empfinden von sexueller Anziehung unter bestimmten Bedingungen (demisexuell), zum Beispiel nach Etablierung von starker emotionaler Verbindung
    • …und viele mehr! Es gibt sehr viele fantastische Micro Labels (Mikrolabels) und andere Identiätsbenennungen, die für manche Menschen sehr hilfreich sein können. Beachtet, dass es für viele Leute wiederum hilfreich, ja erleichternd sein kann, solche spezifischen Begriffe für sich zu haben! Sie können Sicherheit und Bestätigung für das eigene Empfinden geben.
      Ein Beispiel für ein asexuelles Micro Label:
      • Aegosexuell,. Definiert als eine Art „Trennung zwischen dem eigenen Selbst und dem sexuellen Gegenstand oder Ziel der Erregung“ Hier kann mensch z.B. sexuelle Fantasien haben, aber muss denen nicht unbedingt nachgehen.
        Mehr Informationen >> Aegosexualität

Nicht jedermensch durchlebt dieses ominöse „Sexuelle Erwachen“ (sexual awakening), dass gerne als vermeintliches Zeichen der Reife eines Menschen benutzt wird. Es gibt auch nicht „den einen Menschen“, der uns Asexuellen fehlt, den wir noch nicht getroffen haben und mit dem sich alles (sprich: unsere sexuelle Orientierung) ändert!
Und ja, es gibt eine asexuelle Community! Mit eigener Pride Flagge (bzw. Flaggen), einer jährlichen Asexual Awareness Week ( oder Ace Week Ende Oktober) und einem neu geschaffenen Feiertag, den Internationalen Tag der Asexualität (06. April). Die Ace Community findet sich auch außerhalb von Online-Räume durch zahlreiche lokale Stammtische zusammen, wobei besonders das Aufkommen von Internetforen und die Verknüpfung via Soziale Medien besondere Relevanz für Menschen auf dem asexuellen Spektrum aufweist, da diese maßgeblich zur Formung der Ace Community im Westen Ende der 90iger bzw. Anfang der 2000er Jahre beigetragen hat. Unsere Community hat ihre eigenen Insider-Witzen, eine eigene Kultur und Wissensschatz („Ace Culture“ > ein schwarzer Ring am Mittelfinger der rechten Hand getragen symbolisiert für einige Aces die Zugehörigkeit); Als durch Vielfalt unterschiedlichster Perspektiven und Erfahrungen geprägt soll im Idealfall einen sicheren Ort für alle Leute auf dem asexuellen Spektrum jeglichen Alters bieten.

Wie viele Asexuelle gibt es?

Laut den Zahlen von GLAAD, einer US-amerikanischen Non-Profit-Organisation für queere Menschenrechte, aus 2017 sind es bis zu 4%. Bei einer Umfrage des Trevor Projects mit über 40.000 jungen LGBTQIA+ Befragten sind 10% asexuell bzw auf dem asexuellen Spektrum. Die viel zitierten angenommenen „1% aller Menschen seien asexuell“ durch Psychologen Anthony Bogaert (2004)1 werden als stark veraltet und nicht repräsentativ angesehen. Die unbekannte Ziffer der Menschen, die tatsächlich asexuell sind (oder auf dem asexuellen Spektrum sein könnten), wird wegen der sozialen Unsichtbarkeit und fehlender Aufklärungs- und Repräsentationsmöglichkeiten um einiges höher geschätzt.

Ist es wahr, dass es mehr asexuelle Frauen gibt?

Nein, das stimmt nicht. Frauen sind nicht häufiger asexuell als Andere. Die Gründe für diese Fehlannahme finden sich in >Allonormativität, Acefeindlichkeit, cis-endo-patriarchale Annahmen mit Einflüssen aus rassistischen Ideologien der weißen vorherrschaft rund um Männlichkeit und Normen und Rollenzuschreibungen (in An-/Abwesenheit, Fluidität von) Geschlechtern und geschlechtlicher Identität, ungleicher Repräsentation und vielem mehr. Eine ausführliche Erläuterung würde den Rahmen dieses asexuellen 1×1 leider sprengen. Nicht umsonst werden Essays und sogar wissenschaftliche Paper zu dem Thema verfasst!

Allosexualität

Was ist das und warum brauchen wir diese Bezeichnung?

Nicht-asexuelle Menschen werden „allosexuell“ genannt. Das ist wichtig zu wissen und zu benennen, um zum einen ein >Othering von asexuellen Menschen zu vermeiden: Also, dass Allosexuelle (Menschen, die ‚beständig‚ und ohne Vorbedingungen sexuelle Anziehung erfahren) nicht als „die Normalen, deren ’normale‘ Erfahrungen nicht erwähnt werden müssen, denn sie gelten als Regelfall“ und Asexuelle dann als „abnormal; also etwas, dass extra zu benennen ist“ einander gegenübergestellt werden.

Niemensch muss sich aktiv als „allosexuell“ labeln, es ist aber eine wichtig Vokabel – gerade, wenn es um den Ausdruck unterschiedlicher Erfahrungen und Privilegien im Rahmen von Orientierungen geht! Diese Bezeichnung von Allosexualität zeigt das Machtgefüge und die Positionierung in einer allonormativ und durch sexuelle Imperative geprägten Welt auf (siehe >Allonormativität).

Asexuelle Menschen machen zum Beispiel Diskriminierungserfahrungen (Acefeindlichkeit, Allosexismus, anti-asexueller Bias), wenn sie von der allosexuelle Mehrheitsgesellschaft zum Beispiel stigmatisiert oder ausgeschlossen werden. Es ist hier entscheidend, kontextabhängig auszudrücken, welche Ebenen dort nun wirken. In einer allonormativen Welt werden die Normen und Erwartungen von allosexuellen Menschen geschaffen, beispielsweise in gesellschaftlichen Kontexten wie dem Miteinander oder beim Dating, in der Medizin , in der medialen Repräsentation, was bei der Gesetzgebung als schützenswerte marginalisierte Orientierung gilt oder welche Verpartnerungsmöglichkeiten als legitim angesehen werden und wie diese gekennzeichnet sind (zum Beispiel durch Sex), etc. (siehe >Allonormativität). Anziehung auf eine allosexuelle Weise zu erfahren, wird von jedem Menschen als Norm angenommen; da wir als Asexuelle sexuelle Anziehung nicht oder nicht so erfahren, wie die meisten anderen Menschen, fallen wir aus diesem gesellschaftlichen Rahmen, welches uns nun unsichtbar macht und oder wir erfahren aus Ablehnung und Hass heraus aktiv oder passiv anti-asexuelle Feindlichkeit.
Die Bezeichnung „sexuelle Menschen“ wird vermieden, da durch diese eine häufig gänzlich andere Ebene (siehe >Sex/Libido/ Begehren) bedient wird und zeitgleich impliziert, dass asexuelle Menschen gar kein Interesse an sexuellen Dingen hätten oder sich nicht sexuell ausdrücken könnten, gar wollten (Desexualisierung). Das muss jedoch nicht immer der Fall sein.

Sex

Sex ist eine Aktivität. Die hat erst einmal nicht unbedingt etwas mit der Orientierung eines Menschen (oder mit der Definition einer solchen) zu tun. Die Standarddefinition beschreibt Asexuell-Sein dadurch, dass mensch keine oder nur bedingt sexuelle Anziehung erfährt. Was zudem überhaupt als „Sex“ gilt oder was unter „sexuellen Handlungen“ fällt, ist sehr stark subjektiv.

„Du hast eine aktive Libido? Kann mensch dann „noch“ asexuell sein?“

Die Antwort ist: Ja. Oft werden Libido, Lust und das Erfahren sexueller Anziehung und sexueller Erregung gleichgesetzt – obwohl diese nicht synonym sind!
Wie Allosexuelle (Nicht-Asexuelle) auch, können Aces (kurz für Asexuelle, vergleichbar wie ‚gay‚) …

  • eine politische Haltung zu Sex generell haben
    Sex Positivity / Negativity: „Was ist meine Meinung zum Sexualleben anderer Menschen? Wie hat die gesellschaftliche Position rund um Themen von sexueller Liberation oder Restriktion zu sein, die einen Einflussbereich außerhalb des eigenen Lebens hat?“

    und daneben
  • ein persönliches Verhältnis zu Sex haben
    sex favourable ~ zugeneigt / repulsed ~ abstoßend, Empfindungen von Abscheu auslösend / averse ~ abgeneigt / conflicted ~ komplizierte Empfindungen /…,
    „Wie stehe ich dazu, selbst Sex zu haben oder sexuelle aktiv zu sein? Welche Empfindungen habe ich zu meinem eigenen Leben, sexuellen Handlungen und dem Thema Sex? Was für eine Rolle spielen sexuelle Inhalte in meinem Leben? Was mag ich, was mag ich nicht?“
    • Wusstet Du, dass die asexuelle Community aus Leuten mit vielfältigen Sex-Leben besteht? Ohne eindeutige Präferenz, abgestoßen fühlend, ganz abgeneigt, befürwortend, unsicher – wir Asexuellen sind da nicht so homogen!
      Siehe hier oder besuche das Ace Community Survey-Team unter http://asexualcensus.wordpress.com)
    • Ja, auch Allosexuelle können sich ebenso von Sex und oder sexuellen Inhalten abgestoßen fühlen. Es gibt unterschiedliche, komplexe, überlappende oder vermeintlich gegensätzliche Verhältnisse, die schlicht zeigen, dass Menschen keineswegs einseitig oder uniforme Narrative bezüglich dieser Thematik aufweisen.

Libido wird oder kann häufig durch diverse körperliche Funktionen (sexuelle Erregung) unspezifisch, ungerichtet mitgeteilt (werden). Libido (sex drive) oder aber generelles sexuelles Verlangen, Begehren (sexual desire) beschreibt grob ausgedrückt mehr ein generelles sexuelles Interesse und/oder Wunsch nach sexueller Aktivität oder sexuell konnotierten Handlungen. Anziehung wird als oft gerichtet, konkret, richtungweisend beschrieben. Das kann sich also an bestimmten konkreten Personen zeigen, muss aber nicht unbedingt das ausschlaggebende Kriterium sein (siehe >aegosexuell). Der Unterschied zwischen Beiden ist für einige Menschen als solches schwer auszumachen, Anderen wiederum fällt es leicht, diese Unterteilung (bei sich [nicht] ) vorzufinden. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass es individuelle Unterschiede geben kann, was (Nicht-)Empfindungen angeht.

Allonormativität & Amatonormativität

Sex und Romantik werden gesellschaftlich (besonders im Westen) als essentieller Part von Partnerschaft_en und des Mensch-Sein gesehen. Es wird von allen Menschen angenommen, sie würden stets, konstant und unabänderlich sexuelle und romantische Anziehung empfinden, sie würden Sex haben und ihn zum Leben brauchen. Alle Menschen würden sexuell verlangen. Diese Annahmen werden unter Allonormativität aufgefasst. Fakt ist jedoch: Sex , Romantik und damit assoziierte Empfindungen sind nicht das, was uns menschlich macht.

Amatonormativität beschreibt hingegen, dass das zentrale Lebensziel eines jeden Menschen das Eingehen einer romantischen, oft ebenso monogamen Beziehung (wie z.B. Ehe und der Aufbau einer Nuklearfamilie) sei. Das Konzept der Amatonormativität wird sehr häufig im Rahmen der aromantischen Community gebraucht und findet auch außerhalb vielseitige Anwendungen zur Beschreibung von restriktiver Normen rund um Romantik und partner_innenschaftlichen Konzepten.

Beide gesellschaftlichen Konstrukte bestehen zusätzlich zur oft viel bekannteren Heteronormativität. Dabei sind Allo- und Amatonormativität nicht minder schädlich. Ähnlich, wie auch heteronormative Annahmen heteroromantisch-sexuellen Menschen zu schaffen machen kann, betreffen und schädigen auch diese gesellschaftlichen Annahmen ebenso alloromantische Allosexuelle, wobei der Druck für Menschen auf dem aspec (Community des aromantischen und asexuellen Spektrums) abermals besonders groß und übermäßig beeinträchtigend ist.

> Exkursion: Vertiefende Materie zum Thema Ace-Community: ‚Ace Elitarismus

Addendum: Es ist vollkommen in Ordnung, wenn Du, liebe questioning person, Deine Asexualität individuell über Dein Nicht-Sex-Haben oder Deine (nicht-vorhandene oder geringe) Libido definieren möchtest! Individuelle Definitionen der Identität sind absolut zulässig. Egal, wie ihr ace seid oder wie Euer Verhältnis zu Sex ist – ihr gehört zur Community, wenn ihr mögt!

Asexualität ist NICHT…

  • Sexlosigkeit, „Mensch hat keinen/nie Sex“
  • Aversion oder Repulsion Sex gegenüber
    • Mensch kannst asexuell sein und sich vor Sex ekeln oder es gar nicht mögen, aber es ist kein inhärent „asexuelles Merkmal“!
  • das Fehlen von Sexualität oder einer sexuellen Orientierung. Oder ein Rückzug dessen.
    • Asexuellen Menschen fehlt keine Fähigkeit oder Empfindung;
      diese Ausdrucksweise spiegelt Allonormativität wider!
  • eine sexuelle (Nicht-)Präferenz, eine sexuelle Neigung oder Paraphilie
  • Abstinenz von sexuellen Aktivitäten über einen gewissen Zeitraum
  • Zölibat
  • Anti-Sex oder Sex Negativity
  • Menschen, die einem Sex wegnehmen wollen und Dich bekehren wollen
  • Angst vor Sex
  • Kompensationsverhalten
  • „Spätzünder“ sein (eine sehr allonormative Zuschreibung)
  • Ausbleiben eines ominösen „sexuellen Erwachens“ in der Pubertät („Verbleib im präsexuellen Zustand“)
  • Jungfräulichkeit (ein ohnehin sinnloses, verurteilendes Konzept)
  • Unschuldigkeit oder gar Reinheit („das asexuelle Unschuldslamm“)
  • Prüde sein
  • keine oder eine niedrige Libido oder niedriges Verlangen, Lustempfinden (low sex drive) haben
  • Unerfahrenheit
  • Fehlende Reife (emotionaler Art, … )
  • Desexualisierung
  • unsexy sein
  • TMI („too much information“, “wollte ich gar nicht so genau wissen”), schamvolles Geheimnis, über das nicht geredet werden darf
  • eine Erfindung gelangweilter weißer Jugendlicher im Internet
  • eine Krankheit oder Dysfunktion (Pathologisierung, Medikalisierung)
  • Aromantik
    • Es gibt aromantische Menschen, die sind asexuell. Es gibt aromantische Menschen, die sind allosexuell. Es gibt aromantische Menschen, die keine Label für eine sexuelle Orientierung nutzen. Die aromantische Community ist keine bloße Untereinheit oder Subgruppe der asexuellen Community, sondern sollte unabhängig, eigenständig und gleichwertig behandelt und respektiert werden! Viele Überschneidungen und geteilte Erfahrungen sind selbstverständlich vorhanden (aspec Community) und für viele aromantisch-asexuelle Leute ist eine strikte Trennung nicht unbedingt gegeben
  • Trauma-Ergebnis (wobei individuelles ID-ing legitim ist, siehe oben)
  • alles andere, was allosexuelle Menschen fälschlicherweise unter Asexualität verstehen (wollen)
Jetzt, wo wir mit den Stereotypen aufgeräumt haben,…

Viele der hier aufgelisteten ‚Das ist Asexualität nicht‘-Dinge haben eine angeheftete negative oder wertende Konnotation, die es schlicht abzuschaffen gilt (z.B. Pathologisierung). Und das auch nicht zufällig, denn die negative Verbindung, die zu Asexualität hergestellt wird, ist absichtlich acefeindlich (asexuellenfeindlich, Acemisia, anti-asexueller Bias). Sie schürt oder reproduziert also diskriminierende Ressentiments. Prüde sein, zum Beispiel, ist nicht als solches schlecht oder moralisch verwerflich. Als (asexueller) Mensch gewisse Stereotype zu besetzen ist nicht per se schlecht. Krankheiten werden gesellschaftlich auf unterschiedlichste Weise stigmatisiert und negativ bewertet.
Der Kontext der Verallgemeinerung – oft von außerhalb der asexuellen Community auferlegt – ist ein unterdrückender; nicht der individuelle Mensch. Acefeindlichkeit sollte, genauso wie andere Feindlichkeiten auch, als solche ernstgenommen werden, da sie nachweislich negative Auswirkungen auf das Wohlergehen asexueller Menschen hat. Es ist dabei auch von asexueller Seite notwendig, dass eine Distanzierung von Pathologisierung und einer strikte Abgrenzung von Be_Hinderungen, Erkrankungen, Disfiguredness oft verwurzelt in Ableismus und be_hindertenfeindliche Ressentiments ist.

Wichtig ist: Mensch muss nicht Sex gehabt haben, um zu wissen, dass mensch asexuell ist (purity test; „Reinheitstest“, >Asexueller Elitarismus)!
Es ist auch wichtig, dass unser Verständnis, was asexuelle Identität individuell bedeuteten kann (zum Beispiel, die eigene Asexualität über das eigene niedrige sexuelle Interesse zu definieren), stets offen bleibt. Pluralistische Auslegungen sind in der Ace Community herzlich willkommen!

Bin ich asexuell?

Diese Frage kann Dir leider nicht beantworten. Das musst Du für Dich selbst feststellen. Wie aber herausfinden, dass Du etwas nicht empfindest? Wonach suchen, wenn da nichts zu finden gibt?
Fakt ist: Mit Dir ist alles okay! Du bist vollkommen und Dir fehlt auch nichts. An Dir ist absolut nichts kaputt – auch, wenn Dir das vielleicht mal so erscheinen mag. Bitte wisse, dass Du keinen Sex gehabt zu haben musst, um zu wissen, dass Du asexuell bist. Vielen unsicheren Menschen wird dahingehend großen Druck gemacht, „es doch einmal probiert zu haben„.
Das ist keinesfalls in Ordnung, wenn Du es nicht selbst willst!
Du bist auch niemenschem eine Erklärung oder Aufklärung schuldig, sollten übergriffige Fragen von aufdringlichen Menschen Dir Dein Leben erschweren. Schon gar nicht in Zeiten von häufig (mehr oder minder) frei zugänglicher Internetrecherche. Du brauchst Dich vor niemandem für Dein (potentielles) Asexuellsein zu „rechtfertigen“.
An Deiner Orientierung gibt es nichts zu ändern, herauszufordern oder zu reparieren!

Hier folgt bald ein kleiner Ratgeber, der Dir vielleicht mit einigen Denkanstößen bei der Beantwortung Deiner Frage zur Seite steht. Sobald der Beitrag online geht, kannst Du folgenden Link nutzen:

https://asexualitaet.wordpress.com/2020/12/28/bin-ich-asexuell-guide/

Mein_e [Kind/Partner_innenperson/…] ist asexuell! Was jetzt?

Kongratulation! Glückwünsche! Das ist ein absoluter Anlass zur Freude!
Jetzt ist eines ganz entscheidend: Unterstütze den Menschen in Deinem Leben! Stelle keine übergriffigen oder gar verletzenden Fragen, sondern informiere Dich eigenständig und achte darauf, mit Deinem hoffentlich neu gewonnenen Wissen niemenschen zu überrumpeln. Das kann mitunter nämlich richtig unangenehm werden, wenn Du dem neuen Ace in Deinem Leben das Gefühl gibst, etwas ist von heute auf morgen komplett anders oder gar fremd. Es ist noch immer der gleiche Mensch. Aber mit mehr Verständnis und Wissen um sich selbst und die jeweilige Identität – und das ist eine tolle Sache!
Sei keine Senfnudel.

UPDATES FOLGEN!

~ Pancake


1: Bogaert, A. F. (2004). Asexuality: Prevalence and associated factors in a national probability sample. Journal of Sex Research, 41(3), 279-287.

7 Gedanken zu „Was ist Asexualität? Das asexuelle 1×1

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